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Selbstversuch: 1 Monat vegane Ernährung

Nun ist der erste Monat des neuen Jahres schon wieder rum. Für mich war dieser sehr besonders, denn diesen Januar habe ich ein kleines Experiment gewagt, indem ich mich komplett vegan ernährt habe. Aufgrund dessen gab es im letzten Monat auch einige vegane Rezepte hier auf meinem Blog. Anfangs dachte ich noch, dies würde mir nicht ganz so leicht fallen, aber es war wirklich kein Problem und sehr viel einfacher als erwartet. Auch in der Vergangenheit habe ich die vegane Ernährungsform bereits ausprobiert, dann aber nur für eine Woche. Diesmal ging der Versuch etwas länger. In diesem Artikel berichte ich von meiner Erfahrung. Zuvor soll jedoch erst einmal kurz darauf eingegangen werden, was vegane Ernährung überhaupt ist, welche Motivation bei einer solchen Ernährungsform dahinter steckt und wie sich das Ganze auf die Gesundheit auswirkt.

Was bedeutet es, sich vegan zu ernähren?

Bei einer veganen Ernährung wird im Gegensatz zur vegetarischen Ernährung nicht nur auf Fleisch und Fisch verzichtet (hier gibt es allerdings auch verschiedene Formen, einige Vegetarier essen beispielsweise Fisch, aber kein Fleisch etc.), sondern auch auf jegliche anderen tierischen Produkte wie beispielsweise Milch und Milchprodukte (Joghurt, Käse, Sahne etc.), Eier und Honig.

Weshalb ernähren sich Menschen vegan?

Die Antwort auf diese Frage fällt sehr vielfältig aus, denn es gibt eine Menge verschiedener Beweggründe, sich vegan zu ernähren.

Am häufigsten treten wohl ethische Gründe auf. Denn wenn die Nachfrage für Fleisch und andere tierische Produkte hoch ist, muss das Angebot ebenfalls hoch sein, um die Bedürfnisse der Menschen diesbezüglich zu befriedigen. Dies führt zu einer Massentierhaltung, die mit viel Tierleid verbunden ist. Wer keine tierischen Produkte kauft und verzehrt, ist für dieses Problem nicht mitverantwortlich. Wenn immer mehr Menschen also weniger dieser Produkte nachfragen, dann ist das Angebot irgendwann zu groß und das wird den Tieren dann vermutlich zu einer artgerechteren Haltung verhelfen.

Weitere Beweggründe sind Gründe in Bezug auf die Umwelt. Denn die Haltung von Tieren hat mehrere negative Auswirkungen auf die Umwelt. Beispielsweise werden durch die Tierhaltung ein großer Anteil der globalen Methan-Emissionen verursacht.

Des Weiteren können aber auch gesundheitliche Gründe eine Rolle spielen. Denn durch eine vegane Ernährung kann einer Vielzahl von Volkskrankheiten vorgebeugt werden und in einigen Fällen können diese sogar geheilt werden. Es gibt eine Vielzahl von Studien, die belegen, dass eine vegane Ernährung sich positiv auf die Gesundheit und die sportliche Leistungsfähigkeit auswirkt. An dieser Stelle sei aber auch gesagt, dass eine vegane Ernährung für unsere Gesundheit nicht zwingend notwendig ist, denn auch mit einer Mischung aus pflanzlichen und tierischen Produkten wird unser Körper gut versorgt, solange sich möglichst gesund und ausgewogen ernährt wird. Gleiches gilt aber natürlich auch für die vegane Ernährung, auch hier sollte auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten geachtet werden.

Neben diesen Beweggründen gibt es sicherlich auch noch einige weitere. Dies sind nach meiner Beobachtung aber die häufigsten Gründe. Für mich war es eine Mischung aus allen drei der genannten Beweggründe, weshalb ich mich dazu entschieden habe, einen Monat lang die vegane Ernährung zu testen. Ein persönlicher Grund, der hier noch dazu kam, war, dass ich seit mehreren Monaten häufig Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme hatte, deren Ursache ich nicht kannte. Meine Vermutung war bereits seit einiger Zeit, dass ich Milch und Milchprodukte nicht so gut vertrage. Ich habe mich zwar auf Laktoseintoleranz und andere Lebensmittelunverträglichkeiten testen lassen und laut Ergebnis habe ich keine von diesen, dennoch bekomme ich nach Milchprodukten ab und an mal Bauchschmerzen. Daher liegt der Verdacht nahe, dass ich diese wohl doch nicht vertrage. Dies zu testen war demnach auch einer meiner Beweggründe, mich einen Monat komplett vegan zu ernähren.

Wie war der vegane Monat für mich?

Wie ich bereits zu Beginn des Artikels erwähnt habe, ist mir dieser Versuch leichter gefallen, als ich anfangs erwartet hatte. Ich war sehr motiviert, meinen Plan umzusetzen und habe mir im Vorfeld bereits einige Gerichte überlegt, die ich gerne ausprobieren wollte. Ende der ersten Woche hatte ich eine Nacht sehr doll Bauchschmerzen, dies war in der gesamten Zeit jedoch das einzige Mal, dass ich wieder Bauchschmerzen hatte. Bereits Mitte der zweiten Woche hat sich auch meine Verdauung verbessert und ab der dritten Woche normalisiert. Somit ging es mir in diesem Monat besser als vor dem Versuch. Da ich jedoch viele verschiedene Ersatzprodukte testen wollte, habe ich mich insgesamt etwas ungesünder ernährt als sonst.

Fazit

Dieser Versuch war sehr positiv für meine Verdauung und meinen Bauch, dennoch habe ich ungesünder gegessen als sonst, da ich vieles probieren wollte. Für mich war es dennoch eine gute Entscheidung, diesen Test zu wagen, da ich nun vermutlich die Ursache für meine Beschwerden gefunden habe. Denn mein Verdacht, Milch nicht zu vertragen, hat sich erst einmal bestätigt. Da ich jedoch nicht laktoseintolerant bin, werde ich mich in naher Zukunft noch auf eine Milchproteinallergie testen lassen, damit ich hier Sicherheit habe. Neben diesem positiven Effekt habe ich jedoch keine gesundheitlichen Veränderungen bemerkt, auch habe ich mich im Vergleich zu vorher nicht sportlich leistungsfähiger gefühlt – aber auch nicht schlechter. Hier gab es keine Veränderungen.

Letztendlich denke ich, dass jede Person ihren eigenen Konsum zumindest überdenken sollte und erachte es als sinnvoll, diesen im Kleinen und schrittweise zu verändern. Denn so kann jeder und jede einen positiven Beitrag für die Umwelt und gegen Tierleid leisten und unserer Gesundheit schadet dies bei einer ausgewogenen Ernährung nicht. Auch mit kleinen Schritten ist der Umwelt bereits geholfen. Vor allem wenn jeder Mensch einen kleinen Schritt machen würde, dann wäre dies insgesamt ein riesiger. Schon eine Reduzierung des eigenen Konsums von tierischen Produkten ist ein wichtiger Schritt. Es muss also kein kompletter Verzicht sein.

Wie geht es nun weiter?

In Zukunft werde ich Milchprodukte weiterhin aus meiner Ernährung streichen. Hier habe ich bereits gute Alternativen gefunden. Pure Milch ersetze ich schon seit längerer Zeit sowieso durch Pflanzendrinks, bevorzugt durch ungesüßten Haferdrink. Auch bei Joghurt kamen bei mir bereits des Öfteren Alternativen ins Spiel. Und für Sahne und Crème fraîche beispielsweise habe ich in dem letzten Monat auch guten Ersatz gefunden. Nur der Verzicht auf Käse wird mir etwas schwerfallen, vor allem da mir viele der veganen Ersatzprodukte hierfür nicht so gut schmecken wie echter Käse. Aber auf Brötchen werde ich in Zukunft Gemüseaufstriche essen und für Aufläufe und Ähnliches werden dann doch mal Käsealternativen verwendet.

Auch ansonsten werde ich weiterhin möglichst wenig tierische Produkte essen und darauf achten, was ich zu mir nehme, um meiner Gesundheit und der Umwelt möglichst wenig zu schaden, erst einmal werde ich jedoch nicht komplett auf die vegane Ernährung umsteigen. Für die nächsten Wochen nehme ich mir vor, weniger Ersatzprodukte zu verzehren und wieder mehr leckere Gerichte aus viel Gemüse kreieren.

Vegane Rezeptideen

Falls du auch Lust hast, ein paar vegane Gerichte in deinen Alltag zu integrieren oder dich bereits vegan ernährst und etwas Rezept-Inspiration benötigst, habe ich dir hier eine Auswahl leckerer Rezepte zusammengestellt:

Blätterteig-Pizza mit Tomaten und Knoblauch

Bunte Quinoa-Bowl mit Kräutertofu und Gemüse

Gebratene Nudeln mit Asia-Gemüse und cremiger Erdnuss-Kokos-Soße

Kartoffel-Blumenkohl-Curry mit Erbsen

Linsenbolognese

Mediterraner Nudelsalat mit Tofu, Rucola und Tomaten

Nudeln mit veganer Tomaten-Spinat-Soße

Porridgerezepte

Tortellini in veganer Champignon-Spinat-Soße

Veganer Döner-Salat mit selbstgemachten Soßen

2 Gedanken zu „Selbstversuch: 1 Monat vegane Ernährung“

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